FrolleinDoktor

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September 2016

 

28. September 2016 | 0 Kommentare

Meine Lieblings-Kochbücher

Mein erklärter Lieblingsverlag für Kochbücher ist mit großem Abstand zu allen anderen der Brandstätter Verlag in Wien. Er hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit pfiffigen Titeln und einer exzellten Fotografie und Gestaltung hervorgetan. Jedes Buch ein Unikat. Hier sind meine Top 5: 

"Auf die Hand"
Sandwiches und Burger, Toasts und Fingerfood at its best bietet "Auf die Hand" von Stevan Paul  und Daniela Haug. Die beiden haben Spezialitäten aus aller Welt zusammengetragen, die man aus der Hand essen kann. 

Und sie zeigen, dass Stullen mehr sein können als einfach nur Wurst- oder Käsebrot. Hinzu kommen kleine Geschichten und Reportagen über die Streetfood-Kultur in den verschiedenen Ländern der Erde. 

Ein Muss für alle Liebhaber der schnellen, phantasievollen Küche. 

Stevan Paul (Autor), Daniela Haug (Fotos): Auf die Hand, 272 Seiten, 34,90 Euro. Bestellen

 

"Vegetarisch in ..."
Nahezu zum Klassiker avanciert ist die nach Ländern sortierte "Vegetarisch"-Reihe. Mit Österreich ging es los, dann kam Deutschland dazu, später Italien, die Türkei und die USA. Eins wie's andere ein Genuss. Und eine inspirierende Anregung, die eigene Phantasie auf Touren zu bringen. 

Katharina Seiser/Meinrad Neukircher (Autoren), Thomas Apolt (Fotos): Österreich vegetarisch, 272 Seiten, Hardcover, 34,90 Euro. Bestellen.

Stevan Paul (Autor), Katharina Seiser (Hrsg.): Deutschland vegetarisch, 272 Seiten, Hardcover, 34,90 Euro. Bestellen.

Claudio del Principe (Autor), Katharina Seiser (Hrsg.): Italien vegetarisch, 272 Seiten, Hardcover, 34,90 Euro. Bestellen

Orkide Tançgil/Orhan Tançgil (Autoren), Katharina Seiser (Hrsg.): Türkei vegetarisch, 272 Seiten, Hardcover, 34,90 Euro. Bestellen

Oliver Trific (Autor), Ulrike Holsten (Fotos), Katharina Seiser (Hrsg.): USA vegetarisch, 272 Seiten, Hardcover, 34,90 Euro. Bestellen

"Vom Glück, gemeinsam zu essen"
Die Brüder Leo und Karl Wrenck sind in Wien mit dem "Wiener Kochsalon" eine Institution. Das Besondere an ihrem Kochbuch ist die Art zu kochen und zu essen: Alle Speisen kommen zusammen auf den Tisch oder werden so vorbereitet, dass man sie nur noch kurz in den Ofen oder auf den Herd schieben muss. Kein langes In-der-Küche-Stehen des Gastgebers also, sondern alle sitzen gemeinsam am Tisch. Man muss nur mal kurz aufstehen, um neue Getränke oder eben das fertige Gericht aus dem Ofen zu holen. Gemeinsame Tafelfreuden at their best also. 

Leo und Karl Wrenck: Vom Glück, gemeinsam zu essen, 208 Seiten, 100 Abbildungen, Hardcover, 29,90 Euro. Bestellen

 

"Obst"
Man muss sich schon was trauen als Verlag, ein Buch nur über Obst zu machen. Brandstätter hat diesen Mut. Und die Autorin Bernadette Wörndl mit Fotografin Gunda Dittrich das richtige Händchen für die Rezepte und ihre Inszenierung.Heraus kam ein Kochbuch, das seinesgleichen sucht. Obst von salzig bis süß, als Zutat zu Braten, Fisch und Geflügel, in ungewöhnlichen Kombinationen als Nachtisch oder Snack. Von A wie Apfel über H wie Heidelbeere oder Holunder bis zu R wie Rhabarber und Z wie Zitrusfrüchte. Wunderbare Rezeptideen, großartig fotografisch in Szene gesetzt. Mein erklärter Liebling unter den Brandstätter-Kochbüchern. 

Bernadette Wörndl (Autorin), Gunda Dittrich (Fotos): Obst, 240 Seiten, 120 Rezepte, ca. 150 Abbildungen, 34,90 Euro. Bestellen.

"ke:xs"
Und noch so ein Knaller: Ein Buch über Kekse unter dem Motto "süß, salzig, köstlich". Es ist eine Fundgrube für alle, die nicht nur zu Weihnachten Plätzchen backen. Und eine fotografisch-stylistische Inszenierung für sich. Selten habe ich ein Kochbuch mit so gekonnten Fotos gesehen. Ob Haselnuss-Parmesan-Biscotti, Senf-Cheddar-Biscuits, Ingwer-Limetten-Sablés, Parmesan-Frico mit Kreuzkümmel, Haferflocken-Schoko-Cookies oder Beaufort-Kekse mit rosa Pfeffer – da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Das Schöne daran: Kekse lassen sich gut aufbewahren. Vorausgesetzt, sie werden nicht alle gleich weggegessen ... 

Ilse König (Autorin), Inge Prader (Fotos), Carla Monti (Styling): ke:xs, 192 Seiten, 120 Abbildungen, Harcover, 29,90 Euro. Bestellen.

 

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Mai 2015

 

12. Mai 2015 | 0 Kommentare

Tiziano Terzani – unvergessen

Er ist im Journalismus eines meiner ganz großen Vorbilder, auch wenn ich niemals seine Meisterschaft im Erzählen erreichen werde: Tiziano Terzani. Trotzdem hat er mich und mein Leben seit Jahrzehnten bereichert, seine SPIEGEL-Reportagen habe ich schon als junge Frau verschlungen. Er hat mir Asien nahegebracht, China vor allem, dieses Land, das er geliebt und dessen Machthaber ihn gehasst haben. 

Ich habe so gut wie alle seine Bücher im Schrank und natürlich alle gelesen, seit seinem Tod noch intensiver, immer wieder. 

"Fliegen ohne Flügel", das ist die Geschichte der Folgen einer Prophezeiung, die ein alter Chinese Terzani schon 1976 mit auf den Weg gegeben hatte: "Im Jahr 1993 darfst Du nicht fliegen. Nicht ein einziges Mal!" Für einen Auslandskorresponten eine schier unmögliche Herausforderung.

Nicht so für Tiziano Terzani. Er machte eine Tugend daraus und reiste per Bahn, Schiff und Auto von Thailand über Kambodscha, Birma, Laos, Malaysia, Vietnam und China nach Berlin. Und von La Spezia aus mit dem Schiff zurück nach Malaysia. Es ist ein Abschied von einer Kultur, wie es sie heute nicht mehr gibt. Ein Abschied von dem Asien, das Terzani noch kannte und liebte, das wir heute nur noch ahnen können. Und gerade deshalb eines meiner erklärten Lieblingsbücher. 

Deshalb passt ein anderes Buch dazu wie kaum eines sonst: "Asien, mein Leben". Es sind die großen Reportagen Terzanis, die hier von seiner Frau Angela und dem früheren SPIEGEL-Redakteur Dieter Wild zusammengestellt wurden. 

Vietnam, Laos, Kambodscha, China, Nordkorea, Japan, Hongkong, Macao, Philippinen, Burma, Indien, Sri Lanka und Nepal hat Terzani bereist – denn das Reisen war sein Leben. Er war unterwegs, immerzu. Es sind Reportagen, die allen Medienschaffenden zur Pflichtlektüre werden sollten – können sie daran doch erkennen, worauf es ankommt bei dieser Königsdisziplin des Journalismus. 

 

Dazu gehört auch der Band "Meine asiatische Reise". Tiziano Terzanis Sohn Folco hat hier aus dem Nachlass Fotografien und Texte zusammengestellt, "aus einer Welt, die es nicht mehr gibt". Sie bringen uns ein Asien nahe, das wir in dieser Form zwar nicht mehr wiederbeleben können, das uns aber zeigt, welche Faszination immer noch von diesem Kontinent ausgeht. Es sind Bilder der Zerstörung, aber auch des Aufbaus, vor allem aber: der Liebe zu den Menschen in diesen Ländern. 

 

 

Und besonders dankbar bin ich Angela Terzani Staude, dass sie uns die Tagebücher ihres Mannes zugänglich gemacht hat, die dieser zwischen 1981 und 2003 geführt hat. Sie selbst schreibt in ihrem Vorwort dazu: "Ich finde es schön, heute in den Tagebüchern auch diese seine andere Stimme vernehmen zu können, die zornige, zweifelnde, leidende, die den Kontrapunkt zu der kräftigen und überzeugten Stimme bildet, mit der er sich der Welt präsentierte. Es ist, wie die ins Dunkel der Erde hinabreichenden Wurzeln eines Baumes zu entdecken, der seine Wipfel dem Himmel entgegenreckt." Es sind, wie sie schreibt, "Begegnungen, Eindrücke, Überlegungen, Interviews, Hintergründe des politischen Geschehens, Spaziergänge durch alte und neue Welten, Tiere, Sonnenauf- und -untergänge, Briefe an die Familie ...".

Wer Tiziano Terzani noch nicht kennt, dem seien diese Bücher ganz besonders ans Herz gelegt, und natürlich ebenso alle seine Werke. 

Tiziano Terzani: Fliegen ohne Flügel. Eine Reise zu Asiens Mysterien. Hoffman und Campe Verlag, Hamburg, 2005

Tiziano Terzani: Meine asiatische Reise. Fotografien und Texte aus einer Welt, die es nicht mehr gibt. Ausgewählt von Folco Terzani. Deutsche Verlags-Anstalt, München, 2010  (in Kooperation mit dem SPIEGEL-Buchverlag)

Tiziano Terzani: Asien, mein Leben. Die großen Reportagen. Herausgegeben von Angela Terzani Staude und Dieter Wild. Deutsche Verlags-Anstalt, München, 2008 (in Kooperation mit dem SPIEGEL-Buchverlag)

Tiziano Terzani: Spiel mit dem Schicksal. Tagebücher eines außergewöhnlichen Lebens. Vorwort von Angela Terzani Staude. Herausgegeben von Àlan Loreti. Deutsche Verlags-Anstalt, München, 2014

 

 

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