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FrolleinDoktor

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November 2016

 

05. November 2016 |

“Der schönste Balkon Hamburgs” – Eröffnung der Plaza der Elbphilharmonie

Großer Auftrieb um 9 Uhr morgens am 4. November 2016 an der Elbphilharmonie bei schönstem Hamburger Schmuddelwetter. Anlässlich der Eröffnung der Plaza in 37 Meter Höhe, diesem offenen Raum der Begegnung zwischen Alt und Neu, zwischen dem früheren "Kakao-Bunker" und dem darüber schwebenden Neubau, zwischen wuchtigem Backstein und transparentem Glas, waren (vom Veranstalter perfekt organisiert) über 300 Journalisten aus aller Welt zusammengekommen, um einen ersten Eindruck auch vom Innenleben dieses Bauwerks der Superlative zu erhaschen. Und sie wurden nicht enttäuscht. 

Was zuerst auffällt, egal, wo man sich gerade befindet, ob im Kaispeicher, in dem künftig vor allem das "Education Program" stattfinden wird, ob im noch nicht ganz fertigen Kleinen Saal, aber ebenso im überwältigenden Großen Saal oder in den Foyers – überall besticht eine kompromisslose Liebe zum Detail, und vor allem eine von A bis Z überzeugende Architektur. 

Es geht schon ganz unten am Eingang los. Die LED-Wand hinter den Absperrungen bietet viele Möglichkeiten der Gestaltung. Am Tag der Eröffnung waren es schlichte grafische Spielereien in Schwarz-Weiß, die so manche Wartezeit aufs Aufwechslungsreichste verkürzte.

Dann das erste Highlicht: "The Tube". Diese 80 Meter lange geschwungene Rolltreppe (die längste Europas), mit der man durch einen weißen, mit 8000 Glaspailletten ausgekleideten Tunnel langsam über knapp 22 Höhenmeter nach oben ins Innere des Gebäudes schwebt. Es dauert zweieinhalb Minuten, bis sich eine rechteckige Öffnung zeigt, und dann ein riesengroßes Fenster, das den Blick auf den Hafen freigibt – ohne Brüstung, ohne Gitter, hinter dem Glas geht es über 30 Meter senkrecht nach unten. Die "Tube" saugt einen zuerst an in ihren weißen Glitzertunnel und spuckt einen dann mitten hinein in die Elbe – ein Erlebnis! Wer nicht schwindelfrei ist, wird sich wohl kaum bis ganz vornehin trauen – aber schon allein dieses Gefühl, ganz am Rand des Speichers zu stehen, ist ein "Wow"-Effekt ohnegleichen. 

Die Plaza Richtung Süden mit dem wellenförmig geschwungenen gläsernen Windschutz.

Der grandiose Ausblick von der Plaza Richtung Süden auf den Hamburger Hafen. 

Und Richtung Westen, elbabwärts. 

Und Richtung Norden, zum Michel hin, hinter einer der hier zur Wärmedämmung beschichteten Glasscheiben (Richtung Süden dient die Beschichtung dem Sonnenschutz). 

Der nächste folgt sogleich: Über eine weitere kurze Rolltreppe gelangt man dann vollends hinauf auf die Plaza. Die öffnet sich nach zwei Seiten – über einen hohen Bogen zur Stadt hin und über eine anderen, etwas niedrigeren Bogen zum Hafen hin. In die Decke eingelassene Kunststoff-Glaskugel-Leuchten (LED) sorgen für warmes Licht. Der Clou ist allerdings der wellenförmig geschwungene Windschutz aus Glas, der beide Seiten begrenzt und dafür sorgt, dass der Wind nicht zu sehr über den Platz pfeift. Ein bisschen Zugluft jedoch bleibt – die Atmosphäre eines offenen Platzes ist hier erwünscht. An einer Stelle lässt sich das Windschott öffnen – und so kann man die ganze Elbphilharmonie draußen umrunden. Die gesamte Fläche, so Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, sei "größer als der Hamburger Rathausmarkt und Hamburgs schönster Balkon" – wahrlich eine Plaza!

Von der Plaza führen Aufzüge oder geschwungene Treppen zum Kleinen und zum Großen Saal.

Die Wandverkleidung im Kleinen Saal: 3-D-gefrästes Eichenholz.

Das Foyer des Kleinen Saals ist rundum holzvertäfelt, was den intimen Rahmen unterstreicht. Noch ist dieser Saal nicht ganz fertig. Es gab noch einige Mängel bei der Akustik, die jetzt an Wandverkleidung aus gefrästem Eichenholz ausgebessert werden. 

Der Große Saal von "hinten" aus gesehen. Links die Orgel. 

Der Große Saal von "vorne", vorbereitet für die Pressekonferenz anlässlich der Plaza-Eröffnung.

Der Große Saal indes zeigt sich in vollem Glanz. Am Abend, nach der Eröffnung der Plaza, durften hier alle am Bau beteiligten Arbeiter ein "Geheimkonzert" erleben. Zwei Monate vor all den Hamburger Honoratioren, noch vor der "richtigen" Eröffnung des Hauses, werden damit diejenigen geehrt, die diesen Bau mit ihrer Hände Arbeit errichtet haben – eine schöne Geste.

Man braucht in diesem Saal aber noch gar kein Konzert gehört zu haben – allein vom optischen Eindruck her, macht ereinen überwältigenden Eindruck: ca. 2.100 Sitzplätze, keiner weiter als 30 Meter vom Dirigenten auf der 270 Quadratmeter großen Bühne entfernt; rund 10.000 millimetergenau gefräste Gipsfaserplatten kleiden Wände und Decke aus – diese rund 6.500 Quadratmeter umfassende "Weiße Haut" ist mit ihrer unregelmäßigen, bis ins Detail sorgsam geplanten Struktur das Geheimnis der wohl einmalig guten Akustik (ob das dann wirklich so ist, bleibt den ersten öffentlichen Konzerten vorzubehalten); 1000 dimmbare LED-Kugelleuchten aus mundgeblasenem Glas (!) sorgen für ein angenehmes Licht – und schmücken den Saal mit umlaufenden Glitzer-Girlanden. 

Die Orgelpfeifen – teils sichtbar, teils hinter der durchbrochenen "weißen Haut" wie hinter einem Spitzenvorhang verborgen. Im von der Decke hängenden Reflektor ist noch ein Fernwerk versteckt.

Die berühmte "Weiße Haut" – ein unendliches Netzwerk aus gefrästen Gipsfaserplatten, keine "Wabe" gleicht der anderen. 

Die Bestuhlung im großen Saal. Hochgeklappt bieten die Sessel auch Kindern und klein gewachsenen Menschen einen bequemen Sitz und eine gute Sicht. Und an manchen Stellen gibt es Bänke für zwei. 

Es ist diese kompromisslose Liebe zum Detail, die die Elbphilhamonie zu einem so besonderen Bauwerk machen. Hier stimmt wirklich alles: Die schwingenden Linien der gesamten Architektur, die sich auch im Inneren fortsetzen; die 16.000 Quadratmeter Glassfassade mit einem ausgetüfelten System von 1.100 Glaselementen zu jeweils zwei bis drei Scheiben, mal ohne, mal mit Folienbeschichtung gegen eine zu starke Sonneneinstrahlung; die sorgsam zusammengestellten Klinker des Plaza-Fußbodens in drei verschiedenen Farbabstufungen, die den Backstein des alten Kaispeichers aufgreifen und aussehen, als hätten sie dort schon immer gelegen; die gesamte Innenausstattung mit dem naturbelassenen Eichenparkett und dem schwarzem Mobiliar im Foyer (ein Blickfang für sich die 21 Meter lange Bar am Großen Saal) – das atmet alles eine sehr selbstbewusste Gelassenheit und Ruhe. Perfektion im besten Sinne. 

Ein Teil des Foyers des Großen Saals mit dem 21 Meter langen Bartresen. 

Die Damentoiletten des Großen Saals. 

Kein Wunder, dass alle an der Plaza-Eröffnung Beteiligten – vom Baukonzern Hochtief über den Ersten Bürgermeister bis zu den Architekten und Elbphilharmonie-Intendant Christoph Lieben-Seutter sich in Lobeshymnen auf das neue Hamburger Wahrzeichen ergingen. Allen war die Erleichterung deutlich anzumerken, dass nach so vielen Höhen und vor allem Tiefen zum Schluss nun doch alles zu einem guten Ende gekommen ist.

Die MEUTE wartet auf den nächsten Auftritt. 

Eine großartige Idee auch der Organisatoren, hier die Techno Marching Band MEUTE aufspielen zu lassen, die mit ihrem wummernden Sound und ihren jazzigen Melodien Alt und Jung aufmischte. 

Die Hamburger – soviel steht jetzt schon fest – sind begeistert über das neue Kleinod am Hafen. 35.000 Karten für Plaza-Besichtigungen wurden bereits vorreserviert, die Konzerte der ersten Spielzeit sind so gut wie ausverkauft. 

Stolze Männerriege bei der Pressekonferenz: die Architekten Ascan Mergenthaler, Pierre de Meuron und Jacques Herzog von Herzog de Meuron, Basel; Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz; Marcelino Fernández Verdes, CEO von Hochtief; Elbphilharmonie-Intendant Christoph Lieben-Seutter (v.l.n.r.). 

Vermisst wurden an diesem Tag allerdings die zwei Menschen, die all das erst ermöglicht haben: Jana Marko und Alexander Gérard, die beiden Hamburger, die 2001 verhindern wollten, dass dort ein weiterer gesichtsloser Bürokomplex entsteht, der "Media-Cityport". Gérard, Städteplaner und Projektentwickler, konnte seinen früheren Studienkollegen Jacques Herzog und dessen Partner Pierre de Meuron dafür begeistern, auf dem alten Kaispeicher Ideen für ein Konzerthaus zu entwerfen. Der kühne Plan begeisterte alle. Und die Geschichte der Elbphilharmonie nahm ihren Lauf. 

Es ist schade, dass weder der Erste Bürgermeister noch Chrisoph Lieben-Seutter für diesen Mut zweier engagierter Bürger ein Wort übrig hatten. Die beiden hätten an diesem Tag mit auf die Bühne gehört. Allein die Architekten kamen darauf zu sprechen: Jacques Herzog mit einigen Sätzen aufgrund einer Nachfrage während der Pressekonferenz, vor allem aber Pierre de Meuron (Foto links) in seiner Rede anlässlich der Plaza-Eröffnung, in der er gleich zu Beginn mit warmen Worten betonte, dass es ohne Jana Marko und Alexander Gérard diesen glanzvollen Tag nicht gegeben hätte. Eine Plakette soll künftig daran erinnern, wem Hamburg dieses neue Wahrzeichen zu verdanken hat – wo sie hängen wird, konnte auf der Pressekonferenz allerdings noch niemand sagen.  

 

April 2016

 

11. April 2016 |

Elbphilharmonie: Das fulminante Programm der Eröffnungsspielzeit

Dieses Gebäude ist ein solcher Magnet, dass man die Pressekonferenz zur Vorstellung der Konzertsaison 2016/17 auch auf den Klos hätte stattfinden lassen können, und die Medienvertreter wären nur so herbeigeströmt ...

Die Lichtinstallationen im Parkhaus-Aufgang – schon das ein Erlebnis der besonderen Art. Schade, dass sie nach der Pressekonferenz wieder abgebaut wurden. Damit wäre schon das Parkhaus eine Attraktion für sich. 

Der Ort des Geschehens war dann doch "nur" das Parkhaus, aber natürlich wäre die Elbphilharmonie nicht die Elbphilharmonie, wenn nicht auch das schon eine Attraktion für sich gewesen wäre: Der steile Aufgang wurde illuminiert durch Wandprojektionen mit Streetart-Motiven, mit denen einige Themen der kommenden Spielzeit gekonnt ins Bild gesetzt wurden (verantwortlich für diese exzellente Eröffnungs-Kampagne ist die Hamburger Agentur Jung von Matt). 

Peinliche Vorstellung: der Erste Bürgermeister bei seiner schlecht abgelesenen, von seinen Redenschreibern aber inhaltlich und sprachlich exzellent formulierten Rede.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz hatte es sich nicht nehmen lassen, aus diesem Anlass höchstpersönlich eine exzellent geschriebene Rede abzulesen. Schade nur, dass er – von dem man weiß, dass er mit der Kultur nicht so viel am Elbsegler hat – diese geschliffenen Sätze vorher offenbar nicht einmal angesehen hatte – so stotternd, so holperig, so desinteressiert hat man Olaf Scholz selten reden gehört. Man nahm es ihm schlicht nicht ab, dass er es "kaum erwarten kann", bis das Haus endlich eröffnet wird. Und das ausgerechnet bei einem so erfreulichen Anlass, der nun wahrlich Grund zum Jubeln gab. 

Ein Glück, dass NDR-Intendant Lutz Marmor anders drauf war und aus seiner Freude über das gelungene Programm ebensowenig einen Hehl machte wie aus seinem Stolz, dass aus dem NDR Sinfonieorchester nun das NDR Elbphilharmonie Orchester wird und in dem neuen Hamburger Wahrzeichen ein neues Zuhause findet: "Einen besseren Stimulus zur Qualitätssteigerung kann es nicht geben!" Und so habe man "nach Eichhörnchenmentalität Mittel gesammelt, um die Eröffnungsspielzeit gut ausstatten zu können", sagte Marmor und gab gleichzeitig "eine Bestandsgarantie für alle dem Sender angeschlossenen Musikensembles".  

Pressekonferenz auf einem zugigen, kalten Parkdeck – wenn die Elbphilharmonie ruft, ist das auch das kein Hindernis, und dank großzügig verteilter schwarzer Fleece-Decken musste niemand frieren (special thanks to the team of Elbphilharmonie!).

Das Programm der Eröffnungs-Spielzeit, so Intendant Christoph Lieben-Seutter (Kultursenatorin Barbara Kisseler musste leider krankheitsbedingt fehlen), biete eine Dichte, eine Vielfalt und Qualität wie es kaum sonstwo auf diesem Planeten anzutreffen sei. Und er hat damit keineswegs übertrieben. Diese erste Saison der Elbphilharmonie ist ein fulminanter Auftakt für ein fulminantes Bauwerk – zu durchaus erschwinglichen Preisen:

Das Eröffnungsfestival vom 11. bis 29. Januar 2017

  • Der Auftakt am 11. und 12. Januar 2017 gehört natürlich dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter Thomas Hengelbrock, der mit illustren Solisten (darunter so klingende Namen wie Anja Harteros, Sopran, Wiebke Lehmkuhl, Mezzosopran, Philippe Jaroussky, Countertenor, Jonas Kaufmann, Tenor, und Bryn Terfel, Bariton und Iveta Apkalna an der neuen Elbphilharmonie-Orgel) ein noch geheimes Programm spielen wird – ein bisschen Spannung muss sein! Für diese Konzerte wird es keine Karten im freien Verkauf geben, wohl aber werden 1000 Karten verlost. Eine Anmeldung ist möglich ab dem 9. Mai 2016 unter www.elbphilharmonie.de
  • Das Ensemble Resonanz eröffnet als "Ensemble in Residence" am 12. Januar 2017 den Kleinen Saal mit einer Uraufführung von Georg Friedrich Haas, das eigens für diese Musiker und diesen Raum komponiert wurde (15-45 Euro).
  • Das Philharmonische Staatsorchester unter Kent Nagano hat am 13. Januar 2017 seinen großen Auftritt und hat ebenfalls eine Uraufführung im Gepäck: Das Oratorium für Soli, Chor und Orchester von Jörg Widmann (15,40-91,30 Euro)
  • Am 14. und 15. Januar 2017 gastiert das Chicaco Symphony Orchestra unter Riccardo Muti mit zwei unterschiedlichen Programmen im Großen Saal (Karten für 15 bis 185 Euro).
  • Am 16. Januar gibt's im Großen Saal Jazz mit Brad Mehlbau am Klavier (10-65 Euro). 
  • Am 17. Januar spielen die Hamburger Symphoniker unter ihrem Chefdirigenten Jeffrey Tate mit der "Missa Solemnis" von Ludwig van Beethoven (11-88 Euro).
  • Am 18. Januar 2017 spielt die Pianistin Mitsuko Uchida auf einem der drei eigens von ihr höchstselbst ausgesuchten Steinway-Flügel Mozart, Schumann und ein neues Auftragswerk für Klavier solo von Jörg Widmann (12-75 Euro).
  • Vom 19.-22. Januar steht die "Schöpfung" von Joseph Haydn auf dem Programm, aufgeführt vom NDR Elbphilharmonie Orchester (18,70-84,70 Euro).
  • Am 21. Januar erklingt das Konzert der Hundert Farben mit klassischer Musik Indiens im Kleinen Saal (Karten für 9-30 Euro), während im Großen Saal die Einstürzenden Neubauten mit elektronischer Musik die Schalldämpfung einer Härteprobe unterziehen werden (10-55 Euro).
  • Am 22. Januar geben sich die Wiener Philharmoniker unter Semyon Bychkov die Ehre und haben Johannes Brahms und Gustav Mahlers 1. Sinfonie mit im Gepäck. Am 23. Januar übernimmt Ingo Metzmacher den Stab und dirigiert Anton Weber, Karl Amadeus Hartmann und Dmitri Schostakowitch (15-185 Euro)
  • Am 24. Januar wird es spannend: Da erwartet das Publikum ein Blind Date – von Jazz über Pop bis Klassik ist alles möglich. Ein Freigetränk für die Bar ist im Ticket für 15 Euro auch noch mit enthalten. 
  • Am 25. Januar singt Thomas Hampson mit "The Philharmonics" ein Liedprogramm unter dem Titel "Golden Times", vom Fin de Siècle bis ins New York der 1930er Jahre (12-75 Euro). 
  • Am 26. Januar kommt Yo Yo Ma mit seinem Cello in den Großen Saal und spielt zusammen mit Kinan Azmeh an der Klarinette und syrischen Gastmusikern Werke von Bach, Azmeh und Rafea (12-95 Euro) – ein Vorgeschmack auf das wunderbare Festival Salam Syria (siehe unten). Am selben Tag bespielt das Streichquartett Quatuor Ebène den Kleinen Saal (10-45 Euro).
  • Am 27. Januar weiht Iveta Apkalna die funkelnagelneue Orgel im Großen Saal des Hauses ein – nachdem sie sie schon beim Eröffnungskonzert erstmals ausprobieren konnte (25 Euro). Währenddessen spielt Kolja Blacher mit seinem Ensemble im Kleinen Saal ein kammermusikalisches Hors d'Oeuvre zu "Moses und Aaron" (15,40 Euro).
  • Dieses Werk von Arnold Schönberg spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester mit dem Chor der Komischen Oper Berlin und internationalen Solisten am 28. Januar unter der Leitung von Ingo Metzmacher (15,40-70,40 Euro).
  • Und den Abschluss bildet ein Familientag, bei dem die Hamburger Bevölkerung ab 9 Uhr auf musikalische Entdeckungsreise gehen können. Der Vorverkauf beginnt am 1. Dezember 2016. 

Streetart für das großartige Festival "Salam Syria" (16.-18. März 2017)

Danach geht es nahtlos weiter mit den Festivals, eins reiht sich ans andere: 

  • Rising Stars vom 30. Januar bis 4. Februar 2017: Eine Konzerttournee junger Künster, darunter viele Preisträger internationaler Wettbewerbe, die man eine Stunde vor dem Konzert in einem moderierten Podiumsgespräch kennenlernen kann. 
  • Konzerte für Hamburg – gewissermaßen Elbphilharmonie zum Ausprobieren für alle Hamburger mit 60.000 Tickets ab 6 Euro. Alle Details der Vorstellungen zwischen 31. Januar und 19. Februar sowie vom 21.-25. Juni sind ab September 2016 zu finden unter www.konzerte-fuer-hamburg.de
  • Lux Aeterna – Musik für die Seele, vom 9. bis 28. Februar. Das vollständige Programm gibt es dann im November 2016 unter www.lux-aeterna-hamburg.de
  • Into Iceland – ein dreitägiges Festival des NDR Elbphilharmonie Orchesters, des neu gegründeten NDR Kammerorchesters, der NDR Bigband und der Hamburger Radiosender NDR Kultur, N-Joy und NDR Kultur Neo rund um Klassik, Jazz, Pop und Literatur aus Island. 
  • Salam Syria vom 16.-18. März, mit syrischen Musikern und Musik syrischer Komponisten, mit einem gemeinsamen Konzert der NDR- und der Syrian Bigband, und mit einer Abschluss-Party, bei der ein in Aleppo geborener DJ auflegt – schon allein dafür könnte man Christoph Lieben-Seutter loben und preisen. 
  • ¡VIVA Beethoven! vom 19.-23. März, bei dem Gustavo Dudamel mit seinem Orquestra Sinfónica Simón Bolívar alle neun Beethoven-Sinfonien spielt. 
  • New York Stories vom 30. März bis 4. April bringen "Big Apple" an die Elbe, mit den New York Philharmonic und internationalen Stars. 
  • Transatlantik vom 12.-17. April führt erneut über den großen Teich und bietet ein internationales Mix von Tango Argentino bis zu "Gesängen der Hin- und Rückwege". 
  • Maximal Minimal vom 11.-13. Mai gibt einen Überblick über Minimal Music at its best – unter anderem mit Steve Reich. Ein Leckerbissen sondergleichen!

Ein Bus der Linie 111 mit einem Motiv zum Festival "New York Stories".

Gleich zu Jahresbeginn wird die Choreographin Sasha Waltz das Haus vier Tage lang auf muskalisch-tänzerische Weise erobern und so einen ersten Einblick in die Foyers ermöglichen (1.-4.1.). Die Karten dafür kommen Anfang Dezember in den Verkauf. 

Und natürlich lassen es sich internationale Stars nicht nehmen, den neuen Konzertsaal auszuprobieren: Sopranistin Cecilia Bartoli kommt für eine konzertante Aufführung von "La Cenerentola" (13.2.), Tenor Jonas Kaufmann gastiert mit einem Liederabend (22.2.), Sopranistin Annette Dasch singt in Mahlers "Auferstehungssinfonie" mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester (24.2.), Paolo Conte spielt eines seiner seltenen Konzerte (25. Februar), Alice Sara Ott spielt Beethovens Klavierkonzert (1.3.) und bei einem weiteren Konzert mit ihrem Ensemble dann Schumann, Ravel und Schubert (16.5.), Klarinettistin Sabine Meyer kommt für die Lange Nacht der Kammermusik (4.3.), Grigory Sokolov gibt einen Klavierabend (6.3.) und ebenso (natürlich) Lang Lang (25.3.). Simone Kermes kommt mit ihrem Liedprogramm "Love" und dem Ensemble "La Magnifica Comunità", begleitet von zwei Tänzern der Berliner Ballettschule. Gidon Kremer spielt mit der Kremerata Baltica (5.4.), Hélène Grimaud gestaltet gemeinsam mit dem Videokünstler Mat Hennek einen Abend im Großen Saal (8.4.), die Jazz-Sängerin Somi bietet mit ihrer Combo "New African Jazz" (21.4.), Chick Corea spielt im Großen Saal (25.4.). 

Daniel Barenboim kommt gleich zweimal: einmal mit dem West-Eastern Divan Orchestra (29.4.) und einmal mit der Staatskapelle Berlin (29.6.). Natürlich dürfen auch die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle nicht fehlen (7.5.) und ebensowenig das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons (20.5.). Der weltberühmte Flamenco-Gitarrist Tomatito spielt Flamenco Nuevo (28.5.), Diana Damrau präsentiert "Belcanto Drammatico" mit der Prague Philharmonia (7.6.). Im Rahmen von "Theater der Welt" präsentiert das Insula Orchestra mit der katalanischen Perfomance-Crew La Fura dels Baus eine szenische AUfführung von Haydns "Schöpfung" (5./6.6.), Martin Grubinger lässt mit seinem The Percussive Planet Ensemble den Saal erdröhnen (10.6.), und weil's so schön war, macht er das in anderer Zusammensetzung (u.a. mit seinem Vater) gleich noch einmal (11.6.). 

Streetart für "Call me God"

Eine Weltpremiere steht am 8.-10. März ins Haus: John Malkovich hält eine letzte Rede als abgedankter Diktator: "Call me God", muskalisch begleitet an der Orgel von Martin Haselböck. Franz Danksagmüller komplettiert das noch mit Live-Elektronik, Regie führt Michael Sturminger. 

Es gibt Teatime Classics, Funkelkonzerte (für Schulkinder), die Lange Nacht des SingensLate Night Konzerte (ab 21:30 Uhr), es gibt sieben Räume für Mitmach-Studios im Kaispeicher und ein "klingendes Museum", und natürlich gibt es immer wieder Konzerte mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester (z.B. mit einer konzerten Aufführung von Wagners "Rheingold"), dem Philharmonische Staatsorchester (u.a. mit Schönbergs Gurre-Liedern) und den Hamburger Symfonikern. Es gibt Stadtteilkonzerte, Familienorchester, Publikumsorchester, es gibt Ferienkurse, Schulprogramme und 1500 Ereignisse rund um das Thema Musikvermittlung, es gibt Konzerte für Schwangere, Babys und Kleinkinder. Es gibt Elbphilharmonie-Abos, Elbphilharmonie für Einsteiger, für Kenner, für Abenteurer – kurzum: Es gibt für jeden etwas. Kein Wunder, dass das exzellent aufgemachte Buch mit der Übersicht über das gesamte Programm (das auch bis zur Eröffnung der Elbphilharmonie mit vielen Highlights aufwartet) gut ein Kilo wiegt. 

Hamburg, so viel ist jetzt mehr denn je erkennbar, mausert sich jetzt tatsächlich zu einer internationalen Musik-Metropole von Weltrang. Und das ist gut so. 

Abonnements und Tickets sind ab Montag, den 11. April 2016, erhältlich. Einzelkarten ab 20. Juni. Mailadresse für Abonnements: abo(at)elbphilharmonie.de. Mailadresse für Tickets: tickets(at)elbphilharmonie.de. Telefonisch: 040-357 666 66 (Mo-Sa 10-18 Uhr). 

 

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