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FrolleinDoktor

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August 2013

 

02. August 2013 |

Hamburg Spitzenreiter bei Ritalin-Verordnung

Es ist ein trauriger Rekord, den der Verband der Eersatzkassen (vdek) diese Woche für die Freie und Hansestadt vermeldete: Hamburger Schulkindern wird wegen angeblicher Hyperaktivität oder "Aufmerksamkeits-Defizite" (ADHS) am häufigsten das Medikament Ritalin verordnet.

Die Rate der Verordnungen in Hamburg liegt mit 18,6 Tagesdosen um 50 Prozent (!) über dem Bundesdurchschnitt (12,1 Tagesdosen). Den zweiten Platz belegt Rheinland-Pfalz (16,7 Tagesdosen), gefolgt von Bremen (15,1).

Rund 5000 Schulkinder schlucken regelmäßig dieses Medikament, das unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und das durchaus kein harmloses Mittel darstellt. Gerade erst haben Untersuchungen erneut bestätigt, dass der Wirkstoff Methylphenidat bei langfristiger Einnahme abhängig machen kann – wird das Mittel abgesetzt, treten die Symptome erneut und dann oft noch verstärkt auf.

Daran, dass Hamburg eine Großstadt ist, kann diese "Überdosis" nicht liegen. Denn in Berlin, das sicher nicht weniger lebhafte Kinder aufzuweisen hat, werden nur 9,8 Tagesdosen verordnet. Das Schlusslicht bildet Mecklenburg-Vorpommern mit 6,7 Tagesdosen.

 

Juli 2013

 

28. Juli 2013 |

Eine denkwürdige Woche

Es war schon eine denkwürdige Woche für alle im Journalismus Tätigen, diese Woche, die gerade zu Ende gegangen ist. Der Springer-Verlag hat sein Tafelsilber verscherbelt – fast alle Print-Medien mit Ausnahme von BILD und WELT bzw. BILD am Sonntag und WELT am Sonntag. Begründung: man wolle den Konzern künftig zu einem der großen im digitalen Geschäft machen. Schon seit Monaten und Jahren bastelt Springer-Vorstand Mathias Döpfner an diesem Konzept. Dass er jetzt die Print-Sparte fast vollständig veräußert hat - mit 920 Millionen Euro noch dazu zu einem extrem guten Preis - ist nur konsequent. Mit am besten gefallen haben mir die Texte von Michael Jürgs in der Süddeutschen Zeitung und von Thomas Koch bei "werben und verkaufen"

Die Verleger-Witwe Friede Springer unterstützt Döpfners Kurs. "Das Alte ist vergangen, endgültig vergangen", sagte sie in einem Gespräch mit ihrer Biographin Inge Kloepfer-Lange für einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. So richtig konsequent scheint mir das allerdings nicht zu sein. Denn gerade die wenig-kaum-garnicht profitable WELT gehört nun wahrlich auch zum "Alten", "Vergangenen". Warum also sie behalten, nicht aber die profitablen Zeitschriften und Zeitungen wie z.B. das "Hamburger Abendblatt"? Warum nicht alle Produkte des Konzern für das Internet fit machen? 

Zur Zukunft des Qualitätsjournalismus hat sich jüngst Heribert Prantl von der SZ im Wiener "Standard" geäußert. Keine guten Aussichten jedenfalls für die schreibende Zunft. Ich bin dankbar, dass ich diesen schönen Beruf noch so anders erleben durfte. Davon zehre und profitiere ich noch heute. Und ich bedaure alle jungen KollegInnen, dass ihnen das nicht mehr möglich ist. 

 

 

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